Serie: Die agentische Engineering-Pipeline für den SDLC

Coding-Agenten in gewachsenen Systemen: vom ursprünglichen Rollenmodell bis zu den Korrekturen aus dem Betrieb. Die Serie untersucht, wie aus einem Auftrag nutzbare Software entsteht und welche Prüfungen dabei helfen.

Die meisten Teams arbeiten in Systemen, die über Jahre gewachsen sind, mit Datenbeständen, Schnittstellen und Regeln, die niemand mehr vollständig im Kopf hat. Coding-Agenten beschleunigen die Arbeit auch dort. Im Bestandssystem erzeugen sie aber Fehler, die erst spät auffallen: eine zweite Implementierung neben der vorhandenen, oder ein Ticket, das die Fachlage nur zur Hälfte beschreibt.

Die Serie beschreibt meine Versuche, diese Arbeit zu organisieren. Der ursprüngliche Entwurf der agentischen Engineering-Pipeline sah feste Rollen und ein Quality Gate an jedem Übergang vor. Spätere Beiträge prüfen diesen Ablauf an den Erfahrungen aus zwei internen Projekten. Sie zeigen auch, wo ich mit zusätzlichen Regeln und Übergaben die Umsetzung erschwert habe.

Der geänderte Ablauf beginnt mit einem kleinen ausführbaren Anwendungsfall. Brauchbarer Versuchscode wird nach Prüfung weiterentwickelt. Eine unabhängige Abnahme prüft die vereinbarten Kriterien am Produkt, weitere Kontrollen folgen dem Risiko. Reparaturen zählen zum Gesamtaufwand. Auch nach mehreren Erweiterungen sollen die zuvor abgenommenen Funktionen weiterarbeiten.

Tickets, Commits und Laufbelege bilden die Grundlage dieser Berichte. Forschungsergebnisse stehen neben den eigenen Beobachtungen, mit ihren jeweiligen Grenzen. Die Beiträge erscheinen unten chronologisch. Der Auftakt erklärt den ersten Entwurf. Der Beitrag über den Stillstand trotz vieler Tests begründet die jüngsten Änderungen und den vorgesehenen Vergleich der Verfahren.

Teil 1 30. Mai 2026

Die agentische Engineering-Pipeline für den SDLC

Agentische Werkzeuge beschleunigen die Arbeit. Im Brownfield erzeugen sie dabei oft Fehler, die erst spät auffallen. Dieser Auftakt einer Serie stellt die agentische Engineering-Pipeline für den SDLC vor: feste Rollen, explorative Phasen, Zustand in versionierten Artefakten, ein Quality Gate an jedem Übergang und eine zweite Modellmeinung für wichtige Entscheidungen.

24 min Lesezeit
Teil 2 7. Juni 2026

Die Rolle Business-Analyse: Was gebaut werden soll und warum

Der zweite Teil der Serie zur agentischen Engineering-Pipeline für den SDLC widmet sich der Business-Analyse. Sie liefert eine belegte Wahrheit: was passieren soll, für wen, auf welcher Faktenbasis und mit welchen offenen Fragen. Der Beitrag zeigt, warum diese Aufgabe keine neue Erfindung ist, wie Agenten das alte Ziel eines vollständigen, prüfbaren Tickets erreichbar machen und welche fachlichen E2E-Inhalte vor der Weitergabe an die Entwicklung entstehen müssen.

23 min Lesezeit
Teil 3 14. Juni 2026

Die Rolle Entwicklung: Wenn niemand mehr den Code von Hand schreibt

In der agentischen Engineering-Pipeline für den SDLC schreibt die Entwicklerin keinen Quelltext mehr Zeile für Zeile. Ihre Arbeit verschiebt sich auf Machbarkeit, Architektur, Ticketschnitt, Plan und Review. Dieser Beitrag der Serie zeigt, warum Entwickler und Architekt verschmelzen, wie der Agent die Rolle übernimmt und warum hundertprozentige Testabdeckung plötzlich bezahlbar wird, ohne dass sie Korrektheit garantiert.

20 min Lesezeit
Teil 4 31. August 2026

Die Grenzen menschlicher Freigaben bei KI-Agenten

Eine menschliche Freigabe im agentischen SDLC bescheinigt einen festen Arbeitsstand gegen vorab formulierte Maßstäbe. Den Agentenlauf selbst deckt sie nicht ab. Eigene Erfahrungen und fünf Arbeiten aus dem Frühjahr und Sommer 2026 zeigen: Kognitive Überlastung ist real. Die Einbindung eines Menschen als Human in the Loop gaukelt Sicherheit und menschliche Teilhabe am Prozess vor.

8 min Lesezeit
Teil 5 2. September 2026

Claude-Agenten reden miteinander

Ich habe in einer Codebasis drei Claude-Sessions parallel als Product Owner gestartet, orchestriert von Fable 5.1. Während der Arbeit haben sie einander Nachrichten geschickt: Merges angekündigt, den Vollzug mit der Commit-SHA nachgetragen und den mehrstündigen Lauf der Testsuite abgestimmt. Der Beitrag zeigt den Aufbau, Auszüge von den drei Terminals und den Weg, den die Nachrichten technisch nehmen.

5 min Lesezeit
Teil 6 13. September 2026

Die Einführung des Koordinators

Drei Product-Owner-Agenten verantworten ihre eigenen Aufträge parallel. Ein Koordinator klärt die Konflikte, die sie nicht selbst lösen, und führt geprüfte Änderungen zusammen. Hinter jeder Fertigmeldung verlangt er einen unabhängigen Nachweis. Dazu die Befugnisse der Rollen, die Modellbesetzung und der Weg, auf dem die Codex-Sessions einander erreichen. Aus Fehlern bei Tests und Reviews folgen Änderungen am Entwicklungsprozess.

26 min Lesezeit
Teil 7 26. September 2026

Warum mein agentischer SDLC ins Stocken geriet

In meinen Projekten arbeiteten die Agenten weiter, schrieben Tests und prüften ihre Ergebnisse. Neue nutzbare Funktionen kamen zeitweise kaum hinzu. Bei der Untersuchung fand ich Regeln, die diesen Zustand verlängerten. Seit dem 26. September erhält der Ablauf brauchbaren Versuchscode und begrenzt den gesamten Reparaturaufwand. Ein zweites Projekt habe ich auf ausführbare Szenarien und ein Merge-Gate umgestellt. Ein Geschwindigkeitsgewinn ist noch nicht nachgewiesen.

9 min Lesezeit
Teil 8 11. Oktober 2026

Eine Schleife, ein Orakel

Eine wiederverwendbare Methode für agentische Softwareentwicklung: Der Mensch legt die gewünschten Ergebnisse fest, Agenten bearbeiten die Aufgaben, und ein Merge-Gate prüft die fertige Funktion am laufenden Produkt. Eine feste Aufgabenliste, geschützte Abnahmeszenarien und regelmäßige Regressionstests halten die Entwicklung auf Kurs. Der Ablauf lässt sich auf unterschiedliche Produkte und Modelle übertragen.

9 min Lesezeit